Spiel- und Sportverein Delrath 1927 e.V.

12
SEP
2016

SSV Delrath holt einen Punkt gegen den Tabellenführer

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Die Fans in der Ententeich-Arena sahen ein packendes Spiel mit einem wahren Herzschlagfinale und allem was ein Kreisliga-Spiel zu bieten hatte. Der Tabellenführer aus Hackenbroich – bis dahin ohne Punktverlust oder Gegentor – war zu Gast.

Bereits vor dem Spiel war den Gästen der TuS eine gewisse Nervosität anzumerken, hatten Sie doch in der letzten Saison nur einen Punkt gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Delrather geholt. Der Tabellensituation entsprechend bot Trainer Andreas Pallasch ein extrem offensives 4-4-2 mit den gewohnten Stammkräften auf, vergaß überdies aber eine defensive Absicherung gegen die extrem konterstarken Gastgeber.

Sein Gegenüber Michael Stadler musste auch in diesem Spiel wieder auf der Torhüter-Position improvisieren. So stand im vierten Spiel schon der vierte Torwart im Tor. Ansonsten präsentierten sich die Delrather wie gewohnt defensiv kompakt und auf Konter ausgerichtet.

Nach der derben Niederlage am vergangenen Schützenfest-Wochenende, wollten Sie hier zuhause wieder eine bessere Leistung darbieten und an das starke Derby gegen Nievenheim anknüpfen.

 

Dementsprechend hatten die Hackenbroicher es von Anfang an schwer hier ein Bein auf die rote Erde zu kriegen. Die Abwehr und das Mittelfeld des SSV standen zu gut um hier große Lücken aufzureißen. Zu aggressiv und fokussiert deckten Sie ihre Gegenspieler. Als nach weniger als 10 Minuten Mike Bertram mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke, die Führung für die Hausherren besorgte, waren die Gäste vollends geschockt. Kurze Zeit später hatte ein Delrather sogar die Chance auf 2:0 zu erhöhen, als man erneut einen lehrbuchartigen Konter fuhr. Der Querbalken rettete den Tabellenführer, der hier mit ganz anderen Erwartungen in diese Partie gestartet war.

So wurde das Klima auf dem Platz rauer und der Schiedsrichter verlor mehr und mehr die Kontrolle über das Geschehen. Er verteilte vor allem auf Delrather Seite gelbe Karten als wären Sie Kamelle bei einem Karnevalszug, ließ die Hackenbroicher für gleiche oder schlimmere Vergehen davonkommen und wunderte sich dann über die aufgebrachte Stimmung. Spätestens jetzt wurde jedem klar, was für ein Spiel sich hier auftat: ein umkämpftes, hitziges, aber eigentlich nur selten unfaires. Lediglich der Tabellenführer beschwerte sich immer wieder weinerlich über Kleinigkeiten, die selbst beim Kinderturnen nicht abgepfiffen werden. Es schien, als hätten sie Angst vor der Asche. Gerüchten zufolge hörte man von einem der Stürmer ein „Ich muss morgen arbeiten“. Ein weit verbreitetes Kreisliga-Problem.

Weiter Fußball gespielt wurde natürlich auch, wenn auch nicht sehr viel, beiden Mannschaften gelang bis zum Ausgleich wenig. Die Gäste waren stets bemüht eine gefährliche Situation heraufzubeschwören, der SSV beschränkte sich weiterhin aufs Verteidigen und Kontern. In der 35. Minute glitt ein gut getimter Steilpass durch die Schnittstelle in der Innenverteidigung und erreichte den Lauf eines Stürmers, der klug einschob.

Mit dem 1:1 ging man in die Pause. Die kämpferisch klar besseren Delrather konnten auf der ersten Hälfte aufbauen, wogegen man bei Hackenbroich die Ernsthaftigkeit der Aufstiegsambitionen infrage stellen muss, wenn man nicht bereit ist auch mal dahin zu gehen, wo es weh tut.

In der zweiten Hälfte zeigte sich aber vorerst kein anderes Bild. Wieder lief das Spiel keine 10 Minuten, da vollendete Mike Bertram nach einem tollen Spielzug zur erneuten Führung der Hausherren. Auch die taktischen Fouls und Meckereien beider Parteien nahmen in Halbzeit zwei nicht wirklich ab. So zeigte sich den Fans ein weiterhin zerfahrenes, fußballerisch nicht hochklassiges, aber stets spannendes Spiel.

Nachdem allerdings rund 70 Minuten gespielt waren, merkte man dem SSV an, dass sie so aufopferungsvoll gekämpft hatten. Der eine oder andere gelb-rot Gefährdete und/oder müde Spieler trabte über den Platz. So kamen die Hackenbroicher zu weiteren Chancen und Standards, bei denen Keeper Jöcken wie schon in der ersten Hälfte einen sicheren Eindruck machte. Nachdem dann ein Joker der Hackenbroicher das gut herausgespielte 2:2 erzielte, sollte jener Torwart zum unfreiwilligen Mittelpunkt des Geschehens werden. Nachdem eine Flanke nicht verhindert werden konnte, kullerte ein Ball von einem Stürmer der Gäste ins Eck, weil der Keeper dachte, der Ball ginge vorbei am Tor. Aber auch hier beim 2:3 kein Vorwurf an den erfahrenen Schlussmann, hatte er seine Mannschaft zuvor mit seinen Paraden ja auch im Spiel gehalten.

Was folgte war eine turbulente Schlussphase, die es in sich hatte. Alles begann mit einem Foulspiel jenseits der Mittellinie von Nico Bichel. Der sonst so harte Innenverteidiger verletzte sich bei dieser Aktion so stark am rechten Bein, dass er raus musste. Schnell wurde klar: hier muss ein Krankenwagen her. Bis zu diesem Zeitpunkt steht eine endgültige Diagnose noch aus, aber wir wünschen natürliche eine baldige Genesung. Unverständlich war nur einmal mehr der Schiedsrichter, der es eilig zu haben schien. So forderte er mehrfach die Rettungsleute auf, sich zu beeilen, damit das Spiel fortgesetzt werden könne.

 

Als es weitergehen konnte, wurde erst Recht kein Fußball mehr gespielt. Die Hackenbroicher pöhlten jeden Ball nur noch weg, während die Delrather mit aller Macht auf den Ausgleich drückten als wollten sie für ihren Mitspieler das Spiel gewinnen. So war der bisher tragische Held im Tor der Heimmannschaft bei Standards gleich mehrfach gefährlich im 16er der Gäste und hätte das Tor an dieser Stelle verdient gehabt. Leider ist Kreisliga nicht immer wie Hollywood. Er scheiterte denkbar knapp.

Doch der Fußball schreibt wie immer seine ganz eigenen Geschichten und belohnt am Ende wie so oft den Fleißigeren. Ausgerechnet Kapitän Jan-Dirk Löffler besorgte in der 4. Minute der Nachspielzeit den Ausgleich. Nach lediglich 3 Toren in den letzten 116 Liga-Partien (weitere Aufzeichnungen waren leider nicht verfügbar) gilt er schließlich nicht als die personifizierte Torgefahr. Dennoch war er nach einer Freistoßflanke zur Stelle und sorgte für Freudentaumel bei den Hausherren. Danach passierte nichts mehr. Der Schiedsrichter pfiff das Spiel ab.

 

Am Ende kann man sagen, dass beide Teams in diesem Spiel mit dem Unentschieden leben müssen. Klar ist es glücklich, wenn man so spät noch ein Tor erzielt, dennoch hätte der SSV auch bei zahlreichen Chancen vorher auch einen Dreier klarmachen können.

Hackenbroich benötigt in der nächsten Woche eine klare Steigerung des Einsatzes beim Aufsteiger aus Weißenberg, gilt man hier natürlich wieder als der Favorit. Delrath kann auf dieses Ergebnis aufbauen und fährt nächste Woche nach Glehn, wo man auf eine ähnlich kampfstarke Mannschaft treffen wird. Erneut wird ein spannendes Spiel auf Messers Schneide erwartet.

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