Letztes Spiel und Verabschiedungen
mehr lesen
Fußball - 18. Juni 2026
Der SSV Delrath hat den ersten Teil des Relegationsduells gegen den TSV Norf mit 3:2 für sich entschieden und sich damit eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel erarbeitet. In einer intensiven und temporreichen Begegnung zeigte die Mannschaft große Moral und setzte sich nach einem spannenden Schlagabtausch knapp durch.
Die Gastgeber erwischten den besseren Start und sorgten früh für Druck auf die Norfer Defensive. In der Anfangsphase belohnte sich der SSV mit dem Führungstreffer. Nach einem präzise getretenen Freistoß von Max Dressler konnte der Schlussmann des TSV den Ball nur nach vorne abwehren. Dort lauerte Delraths Urgestein Mike Bertram, der seine ganze Erfahrung ausspielte und den Abpraller eiskalt zur 1:0-Führung in die Ecke schob.
In der Folge verflachte das Offensivspiel der Delrather etwas. Die beste Gelegenheit hatte noch Kevin Koplowitz, dessen Abschluss jedoch am Außenpfosten landete. Der TSV Norf übernahm zunehmend die Kontrolle und kam besonders in den letzten 20 Minuten der ersten Halbzeit immer gefährlicher vor das Delrather Tor. Doch entweder fehlte die letzte Präzision oder der starke SSV-Keeper Julian Grobin war zur Stelle und hielt seine Mannschaft mit mehreren wichtigen Paraden in Führung.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Delrath wieder deutlich aktiver. Bereits in der 51. Minute erhöhte Kandorra auf 2:0. Nach einem unübersichtlichen Gewühl im Strafraum reagierte er am schnellsten und hämmerte den Ball aus rund sieben Metern unhaltbar in die Maschen. Anschließend verpassten Niklas Nepp und Nick Schell die Vorentscheidung, als sie zwei gute Möglichkeiten ungenutzt ließen.
Stattdessen meldete sich der TSV Norf zurück: Nach einer Ecke gelang den Gästen per sehenswertem Hackentreffer der Anschlusstreffer zum 2:1. Die Partie blieb offen und spannend. Wieder war es Julian Grobin, der mit zwei Glanzparaden gegen aussichtsreiche Chancen der Norfer den Ausgleich verhinderte. In der 79. Minute sorgte dann Marco Hölzel für den vermeintlichen Befreiungsschlag. Der auffälligste Delrather Akteur des Abends nahm den Ball auf, drehte sich wie einst Luca Toni um seinen Gegenspieler und jagte das Leder unhaltbar zum 3:1 unter die Latte.
Mit diesem komfortablen Vorsprung schien Delrath bereits mit einem beruhigenden Polster ins Rückspiel reisen zu können. Doch Norf gab sich nicht geschlagen. Erneut nach einer Ecke gelang in der 87. Minute per Kopfball der Treffer zum 3:2. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch jeweils eine hochkarätige Möglichkeit, weitere Tore fielen jedoch nicht mehr.
So blieb es beim verdienten 3:2-Erfolg des SSV Delrath, der seine Hausaufgaben im Hinspiel erledigte und sich eine gute Ausgangslage für das Rückspiel erarbeitet hat. Besonders erfreulich: Trotz der enormen Bedeutung der Partie verlief das Spiel jederzeit fair. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt dennoch. Der VDS Nievenheim unterlag im Parallelspiel mit 1:3 und steht im Rückspiel vor der schwierigen Aufgabe, mindestens mit zwei Toren Unterschied gewinnen zu müssen. Zudem muss der SSV im Rückspiel auf Lukas Dressler verzichten, der aufgrund einer Gelbsperre zum Zuschauen verurteilt ist.
Aus Delrather Sicht besonders ärgerlich, da der Verwarnung eine Szene vorausging, in der nach Ansicht vieler Beteiligter klar der Ball gespielt wurde. Dies war einer der wenigen Kritikpunkte an einem ansonsten sehr souveränen Schiedsrichtergespann. Nun gilt der volle Fokus dem Rückspiel am Samstag. Dort heißt es erneut: alles geben, gewinnen und gleichzeitig dem VDS Nievenheim die Daumen drücken.
Der erste Schritt ist gemacht – nun soll auch der zweite folgen.